Ein barrierefreies Bad beginnt nicht mit der Fliese, sondern mit der Entwässerung. Wer eine bodengleiche Dusche plant, unterschätzt meist den wichtigsten Punkt: Wasser muss von der Duschfläche zuverlässig zum Ablauf gelangen, und zwar ohne dass es sich irgendwo sammelt. Ein Duschboard ist dabei kein Dekorationselement, sondern die tragende Ebene, auf der Fliesen oder ein fertiges Duschelement aufliegen. Entscheidend ist das
Gefälle – in der Regel ein bis zwei Prozent vom Rand zum Ablauf. Wer hier schludert, bekommt Pfützen, die jeden Komfort zunichtemachen.
Zuerst wird der Abstand gemessen. Ein Zollstock oder Maßband reicht. Notiert werden Tiefe, Breite und Höhe des Spalts, außerdem die Höhe der Sofarücklehne. Ist der Abstand kleiner als zwanzig Zentimeter, kommen nur flache Elemente in Frage. Bei mehr Platz sind auch schmale Regale oder Truhen möglich. Wichtig ist, dass nichts über die Sofakante hinausragt, sonst entsteht ein unruhiges Bild und der Raum wirkt wieder kleiner. Der Boden hinter dem Sofa sollte trocken und eben sein, damit Möbel stabil stehen.
Ein typischer Fehler ist, den Spalt mit hohen Regalen zu füllen. Sie ragen über die Lehne hinaus, wirken wie eine zweite Wand und lassen den Raum noch enger erscheinen. Ein weiterer Fehler sind schwere, dunkle Möbel hinter dem Sofa. Sie ziehen den Blick an und nehmen die optische Tiefe. Auch offene Fächer, in denen alles sichtbar ist, bringen Unruhe zurück. Besser sind geschlossene Behälter oder Körbe mit Deckel. Wer den Platz nur halb nutzt, verliert Stauraum und gewinnt nichts. Wichtig ist außerdem, dass die Elemente rutschfest stehen, damit sie beim Zurückschieben des Sofas nicht verrutschen.
Ein weiterer typischer Fehler betrifft die Fliesenwahl und das Verlegen. Große Formate brauchen mehr Gefälle, damit das Wasser an den Ecken nicht stehen bleibt. Kleine Mosaikfliesen lassen sich besser an den Ablauf anpassen, erfordern aber mehr Fugen, die sauber verfugt werden müssen. Nach dem Verlegen folgt eine Wasserdichtigkeitsprüfung: Wasser auf die Fläche geben und beobachten, ob es vollständig und
zügig abläuft. Läuft es in eine Richtung, die nicht zum Ablauf führt, ist das Gefälle falsch. Nachbessern lässt sich das nur durch Aufnehmen der Fliesen – ein Grund, vorher genau zu arbeiten.
Lass bewusst Leerraum. Ein Fach, das nur zu zwei Dritteln gefüllt ist, wirkt großzügiger als eines, das bis zum Rand vollgestellt wurde. Dieser unbesetzte Raum ist kein verschenkter Platz, sondern das Gegenteil: Er gibt den sichtbaren Dingen Gewicht. Wenn du das Gefühl hast, es fehle noch etwas, entferne zuerst ein Objekt, bevor du ein neues hinzufügst. In neun von zehn Fällen löst das den Eindruck von Unruhe besser als jeder zusätzliche Kauf.
Erst simulieren, dann bestell
Vor dem Einbau steht die Prüfung des Untergrunds. Estrich muss trocken, tragfähig und eben sein, Unebenheiten lassen sich später nur schwer ausgleichen. Bei Holzbalkendecken ist eine zusätzliche Stabilisierung nötig, sonst arbeiten die Fliesen und die Fugen reißen. Der Ablauf wird vor dem Verlegen des Boards gesetzt, nicht danach. Ein häufiger Fehler ist das Verkleben des Boards mit zu viel Kleber in der Mitte: Dadurch entsteht ein Bauch, der das Gefälle optisch aushebt, obwohl es rechnerisch stimmt. Besser ist eine vollflächige, aber dünne Verklebung mit einer Zahnkelle, die zum Format des Boards passt.
Beim Duschboard selbst lohnt der Blick auf das Material. Mineralische Boards sind formstabil und nehmen kaum Wasser auf, Kunststoffboards sind leichter, reagieren aber empfindlicher auf Temperaturschwankungen. Wer ein Board mit integriertem Gefälle wählt, spart sich das manuelle Ausgleichen, muss aber die Höhe zum übrigen Boden prüfen. Ein zu hoher Übergang macht die Barrierefreiheit zunichte. Bodengleiche Duschen funktionieren nur, wenn der Bodenbelag im gesamten Bad auf gleicher Ebene liegt oder der Übergang maximal eine flache Rampe bildet.
Die Abdichtung liegt unter dem Board, nicht darüber Eine bodengleiche Dusche ist ein Nassbereich. Die Verbundabdichtung gehört direkt auf den Untergrund und muss den Ablaufrand, die Wandanschlüsse und die Boardstöße erfassen. Wer erst nach dem Verlegen abdichtet, riskiert Feuchtigkeit im Estrich. Besonders kritisch sind die Übergänge zur Wand: Hier reicht ein Streifen Dichtband nicht, es braucht eine saubere Einbindung in die Flächenabdichtung. Immer wieder zu sehen: Abdichtung wird gespart, weil sie unsichtbar ist. Später führt genau das zu Schimmel im angrenzenden Raum oder zu abplatzenden Fliesen.
Wer die genannten Punkte beachtet, bekommt eine Dusche, die ohne Stufe auskommt und im Alltag zuverlässig trocken bleibt. Der größte Fehler bleibt das fehlende oder falsch angelegte Gefälle. Es lässt sich später kaum korrigieren und kostet mehr als jede
sorgfältige Vorbereitung.
Der erste und häufigste Fehler ist die falsche Höhe. Die Mitte des Bullseye muss exakt 1,73
Meter über dem Boden liegen – gemessen vom Boden bis zum Zentrum, nicht bis zum äußeren Ring. Ein Maßband an die Wand zu halten und die Höhe grob zu schätzen, reicht nicht. Besser ist eine Wasserwaage oder eine lange Latte, die man senkrecht an die Wand hält, um den Punkt genau zu markieren. Wer hier schludert, wirft später entweder zu hoch oder zu flach, und die Trefferquote sinkt unbemerkt.